Erfahrungsbericht zur Witty 1.
Von Christoph Dabelstein.
Ich hatte sie, die Witty 1, nun endlich in meinen Händen. Dazu das von Wolfi favorisierte
Leitfernrohr 70/700mm nebst
Rohrschellenhalterung und einem 42mm Keller Okular. Das ganze für knapp 470 DM.
Mein Eindruck war ein wenig zwiespältig. Diese Witty soll also meine Basis sein
für das Leitfernrohr, welches auch
nebenbei den Sucher ersetzen soll, der vormals dran war. Es handelte sich dabei um den
10*50mm Sucher, die bei den Synta Refraktoren 150/1200mm als Standard mit dabei sind.
Und eben diesen Refraktor, den ich auch mein eigen nenne, und mit dem ich sehr zufrieden
bin, sollte nun einen kleinen Bruder aufgesattelt bekommen. Die Befestigung der Witty war
ein Kinderspiel, sie wird einfach auf die Vorrichtung, wo ehemals der Sucher befestigt
war, raufgesetzt, eine Schraube fest ziehen - fertig. Auch das Leitfernrohr war innerhalb
weniger Minuten fertig montiert. Das Justieren war ein wenig frustrierend, denn es bedarf
einiges an Hin- und
herschieben, bevor man mit den drei verstellbaren Justierschrauben die Witty soweit hat,
das sie mit dem Hauptrohr konform ist.
Hat man das jedoch nach anfänglicher Frustration erst einmal geschafft ,ist es ein sehr
komfortables Suchfernrohr, das mit 70mm Öffnung keine Wünsche offen läßt. Durch das
Einsetzten des 42mm Keller Okulars war eine Vergrößerung von
knapp 17fach ein idealer Kompromiß zwischen Sucherfunktion und Leitfernrohr.
Nebenbei hat das 70/700mm Leitfernrohr eine Lichtsammelstärke von 100fach gegenüber
knapp 51fach bei den bereits schon guten 50mm Suchern. Also eine (fast) doppelte
Lichtsammelstärke! Wie stellt sich nun die Witty im harten Einsatz dar? Ich habe voller
Vorfreude den Abend herbeigesehnt, um mit der Witty und dem neuen Leitfernrohr auf
Mondfotos- Jagd zu gehen.
Die erste Enttäuschung und Ernüchterung folgte jedoch stehenden Fußes.Kaum hatte ich
mein Teleskop in den Garten geschleppt und nach einiger Zeit des Auskühlendes den
Mond durch das Leitfernrohr angepeilt, mußte ich feststellen ,das sich alles wieder
verstellt hatte. Also ein festes Ziel gesucht und wieder die Einstellprodzedur, doch
diesmal ging sie viel leichter von der Hand.
Auch wenn die Witty bestimmt nicht stabil ist was äußere Unwegsamkeiten angeht, so ist
jedoch nicht zu verkennen, daß hier Profis zu Werke waren, die schon wußten was sie
taten, diesmal geschah das Einstellen fast schon intuitiv ohne viel auf die
Einstellschrauben der Witty schauen zu müssen. Jedenfalls war die Witty innerhalb von
weniger als drei Minuten wieder
zentriert und bewies sich als sehr guter Freund beim Spechteln.
Als Fazit muß man folgendes festhalten:
Es wäre vermessen zu sagen, daß die Witty perfekt ist. Jedoch: Wer sich nicht scheut
fünf Minuten für eine Beobachtungsnacht in die Justierung der Witty zu investieren und
nicht gerade gegen sein Teleskop tritt, der wird mit der Witty und dem 70/700mm Refraktor
als Leitfernrohr wirklich seine Freude haben, es macht Spaß damit zu arbeiten.
Klapprig und wackelig wirkt das ganze auf den ersten Blick schon, jedoch sollte man
zweimal hinschauen und nachdem man sich ein wenig mit den Einstellschrauben und der Witty
- Montierung beschäftigt hat, erscheint doch vieles, was anfangs skeptisch beäugt worden
ist, im anderen Licht.
Für den Preis, den man zusammen mit dem Leitfernrohr bezahlen muß, kann man nur sagen:
Das Geld lohnt sich allemal.
Der Preis, den die Witty einzeln kostest, ist sowieso über jede Kritik erhaben.
Als kleine Anmerkung sei noch erwähnt, daß meine EQ5 Montierung durch das zusätzliche
Leitfernrohr und der Witty keineswegs den Eindruck machte damit überlastet zu sein. Auch
bei höheren Vergrößerungen war keine Verschlechterung des Auspendels zu bemerken.
Mein Tip ist, daß die Witty ein ganz heißes Eisen ist.
Christoph Dabelstein |