Ein Erfahrungsbericht mit dem
Skywatcher Refraktor 120/1000mm
auf der Giro Montierung / Azimutale Schwenkeinheit

 

Diese beiden ersten Beobachtungen haben mich wirklich überrascht: in der kalten Nacht von Montag auf Dienstag waren die Sichtbedingungen recht gut, wir haben unter ziemlich dunklem Himmel beobachten können.
M 42 erscheint sehr hell, fast rund, mit feinen Ausläufern, darin "schwebt" das Trapez, die feinen Sterne sind wirklich punktförmig, sowohl im 32mm Okular wie bei höheren Vergrösserungen. Da kann man sich erst mal gar nicht satt sehen! Prächtig erschienen M35 und M37 als offene Haufen mit vielen, unterschiedlich farbigen, Einzelsternen. Die Begleiter des Andromedanebels geben mit der Hauptgalaxie ein sehr schönes Bild ab. Erstaunlich, wie gut der kleine Sucher (6x30) funktioniert, Ich habe M33 innert Sekunden im Blickfeld gehabt. Es ist bekanntlich nicht ein einfaches Objekt wegen seiner grossen Ausdehnung.

Die Planeten waren im 10er Okular zwar klein, aber wirklich toll scharf, so, wie ich es bisher selten gesehen habe. Die Cassini-Trennung war selbst bei dieser eher niedrigen Vergrösserung gut zu sehen. Gestern Abend war das Seeing besser, ich konnte das 6,3mm Plössl verwenden. Damit werden bereits Einzelheiten auf Jupiter sichtbar, so der GRF. Der Sky-Glow macht eine deutliche Verbesserung beim Anblick des Gasriesen aus. Der Leuchtkranz erscheint viel diffuser, die Wolkenbänder kommen besser hervor. Dieses kurzbrennweitige Okular zeichnet sehr scharf, erinnert mich vom Einblickverhalten her an die alten Sternwartenfernrohre, es ist aber durchaus noch akzeptabel.

Es macht Spass, mit der Schwenkeinheit den Sternenhimmel abzufahren und die Objekte zu finden. Ich habe den Eindruck, dass der Refraktor bereits nach ca. 25-30 Minuten sich weitgehend an die Umgebungstemperatur angepasst hat. Zum Instrument kann ich noch sagen, dass ich vor habe, die funktionstüchtige, aber recht schwere Taukappe durch eine faltbare aus Kunststoff zu ersetzen, damit die Einblickshöhe vergrössert wird. Es lohnt sich, beim 2-Zoll-Prisma sich eine Nut anbringen zu lassen, mein Mechaniker hat das ganz präzis gemacht.

Mein Kollege, mit dem ich öfters beobachte, war echt erstaunt über die Abbildungsqualität, wie sie sich in diesen ersten Beobachtungen gezeigt hat. Ich denke, dass es nicht unbedingt ein Vorteil ist, wenn in der neusten Serie dieser Teleskope die Linsenfassungen justierbar gemacht werden. Mein allererstes Fernrohr war ein kleines 50er Spektiv, das schon etliche Transporte überstanden hat und ebenfalls nicht justiert werden kann.

Heinz Schneider

Zum Refraktor 120/1000mm

Zur Übersicht - Testberichte / Teleskope