First Light für das NexStar 11 GPS
Tino Chronopoulos - München - 14.8.2001
Am 13.08.2001 haben wir die ersten NexStar 11 GPS Geräte vom General Importeur
geliefert bekommen. Da das Wetter mitspielt, was ja selten genug der Fall ist, wollen wir
heute, einen Tag später, dieses neue Gerät mal ausprobieren. Der Beobachtungsort ist
unser Garten am Ostrand von München.
Doch nun wird es ernst, die Dämmerung ist schon weit fortgeschritten. Aah - welch eine Wohltat - leise - ganz leise - schnurrt das C-11 zum Zielobjekt. Unsere Nachbarn sitzen am Balkon, nur ein paar Meter von uns entfernt, und bekommen nichts von der Positionierung mit. Mit drei Grad pro Sekunde sind wir in kürzester Zeit in der Zielregion - wir sind gespannt. M-11 steht genau im Zentrum unseres 40mm Erfles. Der Himmelshintergrund ist zwar hell aber trotzdem ist in der Okularmitte eine Ansammlung vieler schwacher Sterne sichtbar. Im Zentrum des offenen Sternhaufens dominiert der markante einzelne hellere Stern. Das Gerät funktioniert - es positioniert vorbildlich, präzise und leise. Nun steht ein paar schönen Beobachtungen, soweit sie von München aus machbar sind, nichts mehr im Wege. Als erstes grasen wir natürlich die Standardobjekte ab. Epsylon Lyrae, der bekannt 4fach Doppelstern wird astrein getrennt. Bei der Gelegenheit fällt uns auf, daß die sphärische Korrektur der Optik gut gelungen ist. Keine wesentlichen Unterschiede zwischen dem extra- und intrafokalen Bild. M 57, der Ringnebel ist natürlich der nächste Kandidat. Einfach auf das M (auf der
Tastatur) drücken und die Zahl 57 eingeben und mit Enter bestätigen. Schon gibt es einen
kurzen Schnurrer und das Fernrohr ist am Ziel - der Weg ist ja nicht weit. Tino fängt an,
mir die Daten des Ringnebels zu erzählen. Die Entfernung, die Größe, die Helligkeit...
Woher weiß er das bloß? - Klar - er liest die Daten von der Tastatur ab. Eigentlich eine
sehr schöne Möglichkeit für Einsteiger, etwas mehr über die Objekte zu erfahren. Ein
Blick in das Fernrohr zeigt den, mir schon sehr vertrauten, Rauchring. Natürlich haben wir uns darauf M-13, M56 und ein paar schöne Doppelsterne zum Auflockern gegeben. Doch darauf haben wir die Lust zum Experimentieren bekommen. Was kann man aus München, mit den paar Sternen am Himmel, so alles sehen. Da gibt es doch den Cirrus Nebel - Fahren wir doch mal zum helleren Teil des Nebels, zu NGC 6992, hin. Mit dem 40mm Erfle alleine war nichts zu machen - viele feine Sterne vor einem hellgrauen Hintergrund. Das war zu erwarten. Doch nun geben wir den 2" UHC rein und siehe da - ein feiner Bogen durchzieht das Okulargesichtsfeld von oben nach unten. Er fällt beim ersten Hinschaun auf. Bei längerer Betrachtung werden feine Strukturen sichtbar. Herrlich! Es gibt doch im Schwan diesen kleinen Planetarischen Nebel - NGC 7026. Der ist doch recht kompakt und hell - genau das Richtige für eine aufgehellte Münchner Nacht. Keine Minute später sind wir dort. Sofort fällt uns der mittelhelle Stern und dicht daneben der "unscharfe" Stern auf. NGC 7026 lässt grüßen. Wir geben eine stärkere Vergrößerung rein und sehen sofort eine "rechteckige" Struktur. Mit dem UHC wird die Sache noch deutlicher. Tino und ich lassen uns viel Zeit mit dem Beobachten des Objektes. Wir wissen ja, der Weg zum nächsten Objekt ist kurz - nur ein Tastendruck - also haben wir Zeit. Es gibt im Schwan noch einen zweiten planetarischen Nebel - den NGC 6826. Nicht weit von unserem Ausgangsobjekt entfernt. Das C-11 GPS braucht gar nicht mal zur Höchstgeschwindigkeit auflaufen - schon ist es dort. Dieser planetarische Nebel schaut aus, wie ein Stern, der von einem Halo umgeben ist. Im Gegensatz zu NGC 7026, der bei stärkerer Vergrößerung doch mehr Details hergezeigt hat, sieht dieser Nebel bei schwächerer Vergrößerung am schönsten aus. Nachdem wir unsere (genauer gesagt meine) Lust auf planetarische Nebel befriedigt haben, lassen wir uns vom NexStar ein wenig am Himmel spazierenführen. Wir nehmen ein Tourenprogramm in Anspruch. In der nächsten Stunde legen wir eine richtige Ölspur am Himmel zurück - ein Augenschmaus nach dem anderen - es sei denn, das Haus, der Strauch oder der Laternenmast sind dazwischen. Als Abschluss kann ich nochmals meinen Willen durchsetzen - es muß noch ein planetarischer her. Da gibt es doch noch im Drachen etwas - Meine Beobachtungsmappe aufgeschlagen und schon werden wir fündig. NGC 6543, ein sehr kompakter Ringnebel wird unser Abschluss. Auch noch nach fast drei Stunden Beobachten ist die Positionierung so gut, wie am Anfang. Der Nebel ist drinnen. Ich hoffe, einen kleinen Ring zu sehen und meine, im Zentrum eine Verdunkelung zu sehen. Da die Luft aber schlechter geworden ist und aus München so ein unschöner Beamer rüberleuchtet, bin ich mir da aber nicht so sicher. Tino gibt sich nochmals kurz den M-13 (jeder braucht was schönes zum Träumen) - auch ich bewundere dieses Gefunkel von Sternen mit dem 10mm Okular. Tino hat recht, es ist wirklich ein schöner Abschluss. So richtig was fürs Herz. Ich bin sicher, daß wir mit dem NexStar 11 GPS noch des öfteren Touren machen. Die
nächste steht schon fest. Wir fahren, mit Bekannten, die für das leibliche Wohl sorgen,
auf den Irschenberg und werden dort, unter besseren Bedingungen, eine kleine
Beobachtungssession machen. Dort werden wir mal den Galaxien auf den Leib rücken. Das
Celestron NexStar 11 verspricht da, ein guter Begleiter zu werden. |
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