TS Astro Praxis
Auswertung nach Ronchi
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Phrasen, wie beugungsbegrenzte Optik, Spitzenoptik...
klingen dem Sternfreund nach vielen Beratungsgesprächen noch in den Ohren. Oft werden
sogar grundsätzlich nur perfekte Optiken verkauft. Gerade Händler, die nicht in der Lage sind, eine Optik genau zu prüfen, verlassen sich da blind auf den Lieferanten und geben oft Binsenweisheiten weiter, die durch nichts zu belegen sind. Wir bieten Ihnen statt schöner Worte klare
Fakten an: den Ronchi - Test. Das bedeutet Sicherheit und eine klare Information. Es ist für viele Sternfreunde sehr hilfreich, die Fehler der Optik zu wissen, da man dann vieles noch verbessern kann, zum Beispiel durch Blenden oder Lochmasken. |
Testaufbau und weitere Fakten
| Wir testen in Autokollimation: Eine punktförmige Lichtquelle, welche extrem klein ist, etwa 13my, wird in die Brennebene des Fernrohres gebracht. Das Licht dieser Quelle geht durch das Teleskop und beschreitet genau den umgekehrten Weg, wie ein Stern, der durch das Teleskop betrachtet wird. Ein paralleler Lichtstrahl verlässt das Teleskop und fällt auf den Planspiegel. Da das Teleskop zum Planspiegel justiert ist, wird der parallele Lichtstrahl in sich reflektiert und tritt wieder in das Teleskop ein. Dort wird er, wie ein wirklicher Stern, wieder beobachtet. Durch den doppelten Durchgang erhalten wir auch eine Verdoppelung der Abbildungsfehler, welches einen besonders empfindlichen Test erlaubt. Als Lichtquelle steht uns Weißlicht zur Verfügung. Das erlaubt eine weitere Steigerung der Genauigkeit, gegenüber dem langwelligeren rotem Licht. Gerade bei Refraktoren kann so gut der Farbfehler dargestellt werden. Mit entsprechender Filterung kann auch das Verhalten der Optik im blauen, grünen oder roten Licht dargestellt werden. |
Interpretation der Linienmuster
Je stärker die Abweichung von der Idealnorm, desto schwerwiegender der
Fehler.
Die Abweichungen zeigen einen Fehler von etwa1/4 Lamda p/v wave, der sich über einen großen Teil der Optik erstreckt. Abweichungen in dieser Größenordnung oder sogar noch schlechter, werden bei uns ausselektiert. Diese Geräte arbeiten nicht beugungsbegrenzt. Diese Unterscheidung ist durch den Ronchi Test gut möglich. |
Grundsätzlich sollten Geräte, welche primär für die
Mond- und Planetenbeobachtung eingesetzt werden, die
genauesten Oberflächen haben. Die visuelle Beobachtung von Deep-Sky Objekten fordert die
Optik etwas weniger.
Astrofotografie hingegen ist, was die Qualität der Abbildung auf der Achse anbelangt, am
tolerantesten.
| Innerhalb des Fokus | Außerhalb des Fokus | Beschreibung des Fehlers | Bemerkungen | ||
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Eine perfekte Optik keine Auffälligkeiten - die Optik wird sicherlich eine sehr gute Abbildung haben. |
Diese Idealnorm wird meist nur theoretisch
erreicht. Jede Optik hat ihre Eigenheiten, nur dürfen diese nicht zu stark ausfallen. |
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Astigmatismus Einer der übelsten optischen Fehler. Die Abbildungsqualität wird sehr stark beeinträchtigt. |
Diesen Fehler sieht man sehr leicht am
Stern. Die unscharfe Sternabbildung ist nicht rund, sondern oval. Beim Durchlauf durch den Fokus kippt die Abbildung um 90°. Astigmatismus ist ein 100%er Reklamationsgrund! |
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Überkorrektur der Optik Die zentralen Strahlen haben einen anderen Brennpunkt, als die randnahen Strahlen. Im Fokus sieht man sehr viele Beugungsringe - die Planeten werden unschärfer, der Kontrast sinkt. |
Eine leichte Überkorrektur ist zu
verschmerzen. Die Beugungsringe sind nur ein wenig heller, Die Akzeptanz einer
Überkorrektur hängt vom Anwendungszweck des Gerätes und natürlich vom Preis ab. Geräte zur Mond- und Planetenbeobachtung sollten keine Überkorrektur haben. |
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Unterkorrektur der Optik Die zentralen Strahlen haben einen anderen Brennpunkt, als die randnahen Strahlen. Im Fokus sieht man sehr viele Beugungsringe - die Planeten werden unschärfer, der Kontrast sinkt. |
Grundsätzlich gilt das Gleiche, wie für
Überkorrektur. Lichtstarke Optiken oder fotografisch optimierte Optiken leiden oft unter einer leichten Unterkorrektur. Auch Koma Korrektoren für Newtons verursachen eine leichte Unterkorrektur der Optik. |
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Abgesunkene Kante Sehr häufig bei Newtons, deren Spiegel zu schnell geschliffen wurden. Die Lichtstrahlen vom Rand der Optik haben einen anderen Brennpunkt, als die inneren Strahlen. |
Ein recht einfaches Problem, welches auch
lösbar ist. Für Deep Sky Beobachtung verwendet man die volle Öffnung, wenn man Mond und Planeten beobachtet, blendet man einfach den Randbereich aus. Das erhöht Kontrast und Schärfe enorm. |
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Angehobene Kante Dieser Fehler tritt eher selten auf. Die Lichtstrahlen vom Rand der Optik haben einen anderen Brennpunkt, als die inneren Strahlen. |
Grundsätzlich gilt hier das Gleiche, wie
bei der abgesunkenen Kante. Eine vernünftig dimensionierte Blende löst das Problem. |
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Hügel in der Mitte Dieser Fehler ist nur bei Refraktoren relevant, da bei Optiken mit Fangspiegel dies hinter der Abschattung verschwindet. |
Dieser Fehler ist nicht allzu schlimm, da er
sich in der Regel nur auf ein sehr kleines Gebiet beschränkt. Dadurch ist die Auswirkung auf die gesamte Abbildung sehr gering - wesentlich geringer als z.B. eine Fehlkorrektur der gesamten Optik. |
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Loch in der Mitte Dieser Fehler ist nur bei Refraktoren relevant, da bei Optiken mit Fangspiegel dies hinter der Abschattung verschwindet. |
Es gilt das Gleiche, wie für den Hügel in
der Mitte. Dies ist ein nur wenig wirksamer optischer Fehler. |
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Ringförmige Zone abgesunken Ein recht häufiger Fehler, der bei gewissen Spiegelschleifmethoden schwer zu verhindern ist. Die Lichtstrahlen innerhalb des Ringes haben einen anderen Brennpunkt. |
Ein relativ kleiner Fehler, wenn sich die
Zone über ein kleines Areal erstreckt. Die Abweichung sollte möglichst dünn sein. Problematisch wird es, wenn die Abweichung stark und auch über eine große
Fläche geht. |
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Ringförmige Zone erhaben Auch hier gilt das gleiche, wie für die abgesunkene Zone. |
Die ringförmigen Zonen sind besonders gut
mit einem Ronchigramm erkennbar. In der praktischen Beobachtung fallen Sie durch eine vermehrte Lichtenergie in den Beugungsringen auf. |
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