| Beim 20x80 Grossfernglas aus der TS-Reihe handelt es
sich um eine Hausmarke des Münchener Unternehmens Teleskop Service
Ransburg. TS bietet dieses Glas für rund 250 € an - allerdings gibt
es immer mal wieder Sonderpreis-Aktionen während derer man das
Instrument bei Wolfgang Ransburg eventuell auch günstiger ergattern
kann. Ein Besuch der Webseite von Teleskop-Service (www.teleskop-service.de)
lohnt also immer. Die Besonderheit am TS 20x80 ist die
Objektivkonstruktion. Es handelt sich um ein 3-linsiges Design,
einen sogenannten Triplet-Achromaten. |
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Zwar gewinnt man dadurch nichtgleich die optische Leistung eine
apochromatischen Objektivs, die dritte Linse sorgt aber in erster Linie
für ein ebeneres Bildfeld. Des weiteren soll sie die Farbfehler verringern
und die Randschärfe steigern. Das Glas verfügt eine Breitband
Multivergütung, die je nach Lichteinfall leicht bräunlich.rosa bis
blaugrün schimmert. Ach die Okulare weisen eine entsprechende Vergütung
auf.
Die mechanische Verarbeitung macht einen soliden
Eindruck. Auch hier sorgt ein Mittelsteg für die Stabilisierung
beider Fernglashälften und den Stativanschluss, wobei dieser Steg
beim TS Glas nicht ganz so massiv ausfällt wie beim Vixen-Produkt.
Dennoch : die gesamte mechanische und optische Verarbeitung
hinterlässt ,nicht nur auf den ersten Blick, einen hervorragenden
Eindruck.
Eine Geschmackssache ist sicher die Gummierung des Fernglaskörpers.
Einerseits bietet sie einen Schutz gegen Spritzwasser und vermittelt
bei kühleren Temperaturen ein angenehmes Handgefühl - andererseits
werden Menschen, die unter stärkerem Handschweiß leiden mit dieser
Gummierung vielleicht nicht so glücklich, da sich dann schnell
feuchte Flecken auf der Gummi-Ummantelung bilden. |
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| Die Austrittspupille beträgt beim TS Glas ebenso wie
beim Vixen 4 mm. Auch hier sind die Austrittspupillen exakt rund und
mittig und zeigen keinerlei Abschattungen oder Verzeichnungen. Die
Justierung beider Fernglashälften ist auch beim TS 20x80 sehr gut
gelungen und die Prismen sind ausreichend groß dimensioniert.
Im Gegensatz zum Vixen-Grossfernglas ist das TS-Produkt auch für
Beobachter mit Brille geeignet. Der Augenabstand beträgt 17 mm,
allerdings fallen auch bei diesem Glas die Augen-Gummimuscheln sehr
sparsam aus. Mit 3,2° fällt das Sehfeld geringfügig kleiner aus, als
beim Vixen mit 3,5°. |
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| Die Tagbeobachtung zeigt beim Anvisieren des schon
erwähnten 400m entfernten Antennen-Mastes einen ganz leichten,
blauen Farbsaum. Dieser fällt allerdings wirklich so gering aus,
dass er das Seherlebnis nicht negativ beeinträchtigt. Wirkung zeigt
die dritte Objektivlinse als Bildfeldebner - beim vorliegenden
Testglas konnte in der Tat zumindest rein visuell keine
Bildfeldwölbung oder sonstige Verzeichnungen festgestellt werden.
Beim "Dachziegel-Test" zeigt sich eine gute Schärfeleistung des
TS-Glases. Für Tagbeobachtungen ist dieses Grossfernglas recht gut
geeignet. |
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Dennoch machen nächtliche Streifzüge am Sternenhimmel mit dem TS
Grossfernglas Spass - die Sichelgestalt der Venus ist sehr schön sichtbar
und nur von einem leichten Blausaum umgeben. Saturn erscheint unter den
Bedingungen des Vorstadthimmels als deutlich ovale Scheibe, wenngleich die
Ringstruktur nur erahnt werden kann. M13 liefert ein imposantes Bild im TS
20x80. Auch die Beobachtung des Mondes ist ein Genuss und auch hier zeigt
sich nur ein minimaler, kaum wahrnehmbarer Farbsaum.
Fazit:
Das TS 20x80 macht einfach nur Spass. Für einen Preis von rund 249 €
erhält man ein Gross-Fernglas von einer optischen und mechanischen
Qualität, wie man sie in dieser Preisklasse kaum erwartet hätte. Gegen den
fast 3x so teuren Konkurrenten aus dem Hause Vixen kann das TS-Produkt gut
mithalten. Zwar wird die optische Qualität des Vixen-Glases hinsichtlich
Randschärfe und Brillianz nicht ganz erreicht, befindet sich aber immer
noch auf einem sehr guten Niveau, dass sich deutlich von der Qualität
anderer Mitbewerber in dieser Preisklasse abhebt.
Ebenso gibt es an der Mechanik nichts zu mäkeln. Die
Zentralfokussierung ist zwar leichtgängig, aber doch straff genug, damit
sich die Schärfe nicht selbst verstellt. Zudem hat das TS-Glas den grossen
Vorteil, dass auch Brillenträger mit ihm gut klar kommen dürften. Das
gesamte Gehäuse ist gut verarbeitet und die Gummierung schützt das Glas
vor Spritzwasser.
Einzig die Abdeckungen für die Frontlinsen hätten einen etwas
strafferen Sitz nötig. Sie sitzen so locker, dass sie von alleine
abfallen, wenn man das Glas nach unten hält. Hier wäre eine Verbindung mit
dem Fernglaskörper ganz gut gewesen, so wie TS es auch bei dem kleineren
10x50 WP gelöst hat.
Der mitgelieferte Transportkoffer ist stabil und mit einem
verstellbaren Tragegurt versehen. Bei Anlieferung befindet sich das Glas
in einer Styroporkiste, aus der man das Glas mühsam herausfummeln muss. Da
man mit einem solchen Fernglas ohnehin sorgfältigst umgeht, kann man diese
Styroporeinlage bei späteren Einsätzen auch weglassen, denn es ist doch
z.T. etwas fummelig und zeitraubend das Glas jedes mal erst aus diesem
Styropormantel heraus zu "operieren.
Dies sind aber alles nur "Kleinigkeiten" die den ansonsten
hervorragenden Gesamteindruck nicht stören sollten. Für den Preis ist
dieses Glas ein echter Tipp und dürfte jedem Sternfreund lange Freude
bereiten. |