Der Achromat 102/500mm - visuell getestet
| Am Wochenende habe ich durch den Refraktor zum erstenmal durchgeschaut. Ich kann Ihnen jetzt schon sagen - visuell bin ich begeistert. Mit langbrennweitigen Okularen (32mm, 1.25 Zoll) hat man ein riesiges Gesichtsfeld. Da passen M42 mitsamt dem südlich davon liegenden Sternhaufen NGC1980 sowie dem nördlich angesiedelten Haufen/Reflexionsnebel NGC1973..77 locker rein. Mit 2 Zoll Zenitspiegel und 40mm Weitwinkelokular wird das Gesichtsfeld förmlich gesprengt! Na ja, aber dies ist eigentlich auch das Spezialgebiet für diesen kurzbrennweitigen Refraktor. Die Sterne am Okularrand (TS SP 32mm und Kellner 25mm) werden jedoch nicht mehr scharf abgebildet, sondern zu kurzen Strichen verlängert. Ob das an den Okularen oder am Refraktor liegt, weis ich nicht - ist aber nicht schlimm. Die Beobachtung bei hohen Vergrößerungen hat mich jedoch am meisten überrascht. Die Trennung der 4 Trapezsterne im Orionnebel mit Ihrem 6mm Plössl-Okular bei 80-facher Vergrößerung war spielend einfach. Dann habe ich Saturn ins Visier genommen. Das Seeing war noch recht gut und so erhöhte ich die Vergrößerung nochmal. Mit meinem 4mm Abbe-Okular konnte ich bei 125-facher Vergrößerung die Cassini-Teilung seitlich noch als dunkle Linie erkennen. Dies ist meiner Ansicht nach erstaunlich, da die Cassini-Teilung selbst bei für die Planetenbeobachtung geschaffenen langbrennweitigen Refraktoren mindestens 3 Zoll Öffnung erfordert. Eine weitere Vergrößerung auf 200-fach mit dem früher bei Ihnen erworbenen Vixen LV 2.5mm brachte jedoch keine weiteren Einzelheiten mehr - es wurde lediglich alles noch etwas größer abgebildet. Anschließend habe ich zur Überprüfung der Optik einen helleren Stern bei hoher Vergrößerung eingestellt. Im fokussierten Zustand war das kleine Sternscheibchen von Beugungsringen umgeben. Intrafokal quollen schön die exakt kreisrunden Beugungsringe hervor - perfekt. Extrafokal waren Beugungsringe jedoch höchstens zu erahnen. Wirkt sich hier der Farbfehler des Gerätes aus oder was könnte Ihrer Meinung nach die Ursache für dieses unterschiedliche Verhalten sein - Keine Angst, hergeben werde ich das Gerät sowieso nicht mehr! (*) Bei hohen Vergrößerungen zeigen sich auch die Grenzen des Okularauszugs. Beim Fokussieren tritt dann das sogenannte Shifting recht stark in Erscheinung - trotzdem, in Relation zum Preis ist der Auszug absolut in Ordnung. Wie shiftingfrei der Okularauszug beim Fotografieren ist, wird sich zeigen. Hoffentlich dauert die momentane Schlechtwetterphase nicht zu lange, damit ich bald fotografische Tests machen kann. Da eine 125-fache Vergrößerung bei dem Gerät noch einen deutlichen Gewinn brachte, möchte ich hiermit nochmal ein Okular bestellen, und zwar das TS SP 4mm. Gewähren Sie mir nochmal etwas Rabatt? Ich glaube, der "kleine Chinese" wird mir sehr ans Herz wachsen! Mit freundlichen Grüßen Bernhard Kindermann (*) Lichtstarke Fraunhofer haben oft eine sphärische Aberation, wie dieses Gerät. Es wird also etwas mehr Lichtenergie in die Beugungsringe transportiert, was bei hoher Vergrößerung den Kontrast etwas mindert. Der Test (extra-intrafokal) ist sehr empfindlich und zeigt auch schon eine leichte Sphärische Aberation, die man bei der Beobachtung im Fokus nicht mehr als störend empfindet. Der Großfeldbeobachtung tut eine leichte sphärische Aberation, wie in diesem Fall, keinen Abbruch. |
Zum
Celestron 102/500mm
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Skywatcher 102/500mm
Anmerkung: Beide Geräte sind baugleich, es unterscheiden sich nur die Vertriebswege