Balkonsternwarte in Bad Tölz:

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Die kleine Balkonsternwarte von Klaus Hohmann am südlichen Stadtrand von Bad Tölz beherbergt ein 10´´ Schmidt-Cassegrain und der alt-ehrwürdige 60/750 Refraktor aus den Kindertagen des eifrigen Amateurastronomen als Zweitrohr. » Deutsche Montierungen im Shop
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Balkonsternwarte in Bad Tölz

... von Klaus Hohmann, Bad Tölz

Balkonsternwarte Bad TölzEin Südbalkon am südlichen Stadtrand von Bad Tölz mit einem (manchmal) recht ordentlichen Sternhimmel darüber ist eigentlich eine ganz solide Basis für eine kleine Sternwarte. Nur haben wir hier zwischen Balkon und dem ordentlichen Sternhimmel noch ein weit überstehendes Dach, was bezüglich Montierung und Wahl des Teleskoptyps zu einigen Sachzwängen führt. So habe ich mich für einen 10" Schmidt-Cassegrain auf einer soliden und platzsparenden Gabelmontierung entschieden. Jeder andere Teleskoptyp mit vergleichbarer Öffnung hätte dort auch keinen Platz mehr. Aber die grundsolide Deutsche Montierung EQ-6 wäre entschieden besser gewesen - Fehler...

Größtes Problem ist das schon angesprochene Dach, das eine Beobachtung von Objekten ab einer Deklination von gut +12° unmöglich macht, obwohl das Gerät direkt an der Balkonbrüstung steht. Man kann sich leicht vorstellen, daß eine polare Aufstellung mittels Polhöhenwiege noch einiges mehr an Deklination kostet, da die Gabel dadurch weit nach Norden, also nach hinten verkippt wird. Die gewählte azimutale Aufstellung bringt einige Probleme mit sich, wie man sich leicht vorstellen kann. Dafür ist der Himmel nach Süden völlig offen, was ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.

Webcam für die AstrofotografieAstrofotografie mit der Webcam

Der Start in die Astrofotografie fängt meist mit ganz einfachen Mitteln an. Ich selbst habe mit einer Webcam angefangen und erst mal diese Technik bis zum ´Gehtnichtmehr´ ausgereizt. Erstaunlich, was man mit so einem einfachen Ding so alles anstellen kann! Sonne Mond und die hellen, großen Planeten Merkur bis Neptun gehen damit ohne Probleme. Aber auch viele Planetenmonde - bis hin zum Neptunmond Triton! Und nebenbei sind hunderte Asteroiden durchaus noch hell genug für diese einfache Ausrüstung.
Ein paar Beispiele:

BullialdusUnser nächster Nachbar im All - der Mond

Nicht nur ´Prachtkrater´ wie Kopernikus oder Tycho, sondern auch kleinere Exemplare wie der links abgebildete Bullialdus zeigen sich bei knapp 3m Brennweite immer noch mit bemerkenswerter Schärfe.

Es gibt kein Geheimnis - gutes Seeing erwischen, sorgfältigst fokussieren, korrekte Belichtungszeit einstellen und aus so um die 1000 Einzelaufnahmen die besten 60-100 zum Aufaddieren herauspicken. Das Summenbild dann vorsichtig schärfen.

SaturnDie großen Planeten

Natürlich ist Saturn der ´Paradeplanet´ schlechthin. Bei 7,5m Brennweite braucht man schon ein exzellentes Seeing für eine solche Abbildung wie links gezeigt. Aber dann sollte man eine solche Gelegenheit auch nutzen und mindestens 10.000 Aufnahmen machen, was mit einer Webcam ja immer noch keine Hexerei ist.

Und die Nacharbeitung? Ein äußerst empfehlenswertes Programm ist Jens Dierk´s Fitswork mit seinen ausufernden Möglichkeiten zur astronomischen Bildbearbeitung. Grundsätzlich kommt es aber auf die Natürlichkeit an, also nur schonend schärfen und die Farbsättigung mit Bedacht einsetzen. Dann sieht ein Planet auch wie ein Planet aus und nicht wie ein ´außerirdisches Bonbon´ ;=}

Jupiters GeistDeepSky mit der Webcam???

Deepsky mit einer unmodifizierten (!) Webcam ist doch absurd - oder? Möchte man angesichts der kurzen Belichtungszeiten meinen. Aber das Beweisfoto links sagt was ganz anderes. Es ist NGC 3242 alias ´Jupiters Geist´, ein Planetarischer Nebel im Sternbild Wasserschlange (Hydra).

Und die Webcam mußte sich nicht einmal besonders anstrengen dabei - nach gut 1000 Aufnahmen war das Bild ´im Kasten´. Nur die Nachbearbeitung ist um einiges trickreicher.

Grundsätzlich: Einige helle DSO können durchaus mit einer Webcam abgelichtet werden, oft mit erstaunlich guten Resultaten.

Das bringt mich auch gleich auf das nächste Thema:

Atik 16IC-HSDeepSky-Aufnahmen mit einer Astrokamera

geht auch ohne ein großes Loch im Budget, denn es gibt schon außerordentlich gute Kameras zu einem moderaten Preis. Die abgebildete CCD-Kamera Atik 16IC-HS macht in Sachen DeepSky-Fotografie einen gewaltigen Qualitätssprung gegenüber einer DSLR und erst recht gegenüber einer Webcam. Für mich war der günstige Preis ein wichtiges Entscheidungskriterium, wohl wissend, daß die Brennweite des Teleskops mittels Reducer stark reduziert werden muß, da sonst das Bildfeld einfach zu klein wird. Die geringe Bildgröße von 659 × 494 Bildpunkten bleibt dann als Preis für den günstigen Preis übrig.

NGC2023Reflexionsnebel NGC 2023 im Orion

Dank langer Belichtungszeiten und der Möglichkeit geeignete Linienfilter einzusetzen, erschließen sich bereits mit einer solchen preisgünstigen Kamera tausende solcher Schönheiten in unserem Universum.

Der abgebildete Reflexionsnebel ist dabei noch gar nicht weit weg - er befindet sich als galaktischer Nebel in nur gut 1500 Lichtjahren Entfernung praktisch noch vor unserer Haustüre. Man kommt mit dieser Kamera aber noch sehr viel weiter.

Sogar bis fast an den Rand des sichtbaren Universum! Mit Infrarot-Passfilter und entsprechend langen Belichtungszeiten lassen sich über 12.000.000.000 Lichtjahre entfernte Quasare aufspüren, die eine entsprechend hohe Rotverschiebung haben.

 

Und das alles von dem kleinen Balkon aus, am Rande der Kleinstadt Bad Tölz in Oberbayern...

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, daß mein Teleskop azimutal aufgestellt ist und die daraus resultierende Bildfelddrehung eigentlich keine längeren Belichtungszeiten zuläßt. Ein spezieller Bildfeldderotator zwischen Optik und Kamera gleicht dies soweit aus, daß man bis zu maximal 20 Minuten belichten kann. Hier sind dann die Grenzen, die bei Aufnahmen mit Schmalbandfiltern schon etwas ärgerlich sind, denn damit möchte man ganz gerne noch etwas länger ´dranbleiben´. Bei breitbandigen Aufnahmen sind hingegen Einzelbelichtungszeiten von mehr als 1-2 Minuten bei einem Öffnungsverhältnis von ca. f/4 kaum sinnvoll, da unser lichtverschmutzter Nachthimmel hier klare Grenzen setzt.


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