Teleskopspiegel:

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Teleskopspiegel ist nicht gleich Teleskopspiegel! Denn je nach Schliff haben diese sehr unterschiedliche optische Eigenschaften und Qualitäten. Weit verbreitet sind Spiegel mit sphärischem Schliff (Kugeloberfläche), denn sie sind besonders günstig herzustellen, machen aber optische Fehler, die korrigiert werden müssen. Hochwertige Spiegel mit parabolischem Schliff sind teurer aber dafür auch optisch deutlich besser. 
 

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Unterschiede - Parabolspiegel / Kugelspiegel

Ein Newton Teleskop bietet in der Regel maximale Leistung für das Geld. Die Voraussetzung ist natürlich eine gute Verarbeitung und vor allem ein sauber gefertigter Spiegel. Fragen Sie bitte immer an, ob das Teleskop einen Parabol Spiegel oder einen Kugelspiegel hat.

 

Vergleich sphärischer zu parabolischer Spiegel
Abbildung links:

Ein sphärischer Spiegel, wie er oft bei Billigfabrikaten verwendet wird, zentriert das Licht nicht sauber in einem Brennpunkt. Das Resultat sind unschärfere Abbildungen von Sternen und auch bei Mond und Planeten wird nicht die optimale Abbildungsqualität erreicht.

Abbildung rechts:

Ein guter parabolischer Spiegel vereint die Lichtstrahlen in einem Punkt. Die Abbildung wird insgesamt schärfer und kontrastreicher. Das Teleskop kann auch lichtstärker und kurzbauender ausgeführt werden, bei gleichzeitig höherer Abbildungsqualität.

 

Bei welchen Teleskopen macht ein Kugelspiegel Sinn und bei welchen nicht?

Ein Newton mit einer Öffnung bis 114mm wird fast immer mit einem Kugelspiegel ausgestattet. Diese Newton Systeme müssen aber sehr langbrennweitig sein (um 900mm Brennweite) , wie z.B. der TS Newton TSN 1149 (Abbildung oben).

Bis zu dieser Öffnung sind die Fehler, die ein Kugelspiegel verursacht noch tolerierbar. Man bekommt schließlich ein recht preiswertes Teleskop. Hier wird trotz eines Kugelspiegels noch eine gute Abbildung ermöglicht.

Grundsätzlich gilt:
Je größer die Öffnung, desto stärker machen sich die Nachteile eines Kugelspiegels bemerkbar, bei gleichem Öffnungsverhältnis.
Beispiel: Ein Newton mit 114mm Öffnung und 900mm Brennweite (Öffnungsverhältnis f/7,8) kann noch gut mit einem Kugelspiegel abbilden.
Ein Newton mit 150mm Brennweite und gleichem Öffnungsverhältnis würde schon Fehler zeigen. Außerdem wäre er sehr langbauend.

Je lichtstärker ein Newton, desto stärker machen sich die Nachteile eines Kugelspiegels bemerkbar, auch bei gleicher Öffnung.
Beispiel: Ein Newton mit 114mm Öffnung und 900mm Brennweite (Öffnungsverhältnis f/7,8) bildet noch gut mit einem Kugelspiegel ab.
Ein Newton mit 114mm Öffnung und 500mm Brennweite hingegen, zeigt bereits deutliche Fehler. Die Schärfeleistung bei Mond und Planeten ist nicht mehr gegeben.

Welche Newton Teleskope sollten mit einem parabolischen Spiegel ausgestattet sein.

Großfeld Newtons mit 114mm Öffnung und einer Brennweite um 500mm sollten auf jeden Fall mit einem Pararabolspiegel ausgestattet sein.

Alle Newton Teleskope ab 130mm Öffnung sollten mit einem Parabolspiegel ausgestattet sein. Geräte mit einem einfachen Kugelspiegel müssten sehr langbauend ausgeführt sein und das geht mit erheblichen Nachteilen einher. Das Gerät wird unhandlich, und der große Vorteil der Übersichtsbeobachtung geht durch die lange Brennweite verloren.

Ausnahme: Geräte mit Korrektor - Element. Es gibt kurzbauende Newton Teleskope mit eingebauter Korrektorlinse am Markt. Die haben einen Kugelspiegel, und die Fehler werden mit einem Korrektorelement ausgeglichen. Das funktioniert zwar, aber man handelt sich dadurch andere Nachteile ein. Trotzdem wäre ein solches System, wenn es gut gebaut ist, einem Newton mit Kugelspiegel ohne Korrektor vorzuziehen.

Ein Tipp zum Schluß

Bitte erkundigen Sie sich beim Kauf eines Spiegelfernrohres nach Newton immer, ob das Gerät einen Parabolspiegel oder einen Kugelspiegel als primäres Element hat. Lassen Sie sich das eventuell auch bestätigen. Damit können Sie das Gerät auch jederzeit zurückgeben, sollte es die zugesicherten Eigenschaften nicht erfüllen.

Wie erkennt man in der Praxis den Unterschied zwischen Kugelspiegel und Parabolspiegel?

Das ist sehr einfach:

Sphärische Abberation intrafokal
 
 
 
Sphärische Abberation exrafokal
  • Man nehme eine Vergrößerung, die etwa dem Durchmesser des Hauptspiegels (freie Öffnung) in Millimeter entspricht. (für 114mm Öffnung wäre dann ca. 114-fach zu wählen). Wenn die Vergrößerung etwas höher oder etwas niedriger ist, macht das nichts.
  • Einen mittelhellen Stern einstellen. Der Polarstern hat sich gut bewährt.
  • Scharfstellen. Wenn nur wenige Beugungsringe zu sehen sind ( 2-3 konzentrische Ringe rund um den Stern ) ist das schon ein gutes Zeichen. Wenn aber der Stern sehr viele Ringe hat, dann ist das ein erster Hinweis auf einen Kugelspiegel.
  • Um sicher zu gehen, den Stern unscharf stellen, erst dann den Auszug weiter hineindrehen und dann weiter herausdrehen. Der Stern bläht sich zu einem Ring auf und in der Mitte entsteht ein runder Schatten, das ist der Fangspiegel. Wenn sich beide Abbildungen ähneln, dann haben Sie einen vernünftigen Parabolspiegel. Völlig gleich werden die Abbildungen nicht sein.
  • Wenn jedoch sehr starke Unterschiede bestehen, dann haben Sie einen Kugelspiegel - (siehe Abbildungen links)
  • Die Unterschiede wären sofort zu sehen. Auf der einen Seite haben Sie einen völlig verschmierten Ring, es sind kaum Ringe zu erkennen. Auf der anderen Seite des Fokus haben Sie sehr scharf abgegrenzte Ringe, wie die Ringe einer Schießscheibe. Das ist ein Hinweis auf einen Kugelspiegel oder auch einen sehr schlechten Parabolspiegel, der die Bezeichnung Parabolspiegel nicht verdient.

In diesem Fall wird Ihr Fernrohr nicht die Auflösung und die Schärfe zeigen, die die Öffnung eigentlich ermöglicht. Wenn dies nicht explizit in der Produktinformation erwähnt wird, besteht ein berechtigter Reklamationsgrund.

 


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