Montierungsarten: Gabelmontierungen:

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Schwere Gabelmontierungen können große Optiken, bedingt durch ihren einfachen Aufbau, sehr stabil tragen. Allerdings sind solche Montierungen in der Grundausstattung meist azimutal aufgestellt, wodurch sie für die Astrofotografie weniger geeignet sind. 

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Montierungsarten: Gabelmontierungen

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GabelmontierungVorteile von azimutal aufgestellten Gabelmontierungen:
Bei kurzbauenden Optiken, insbesondere solche vom Typ Schmidt-Cassegrain oder Maksutov, sind azimutal aufgestellte Gabelmontierungen besonders populär geworden. Nicht ganz zu unrecht, denn diese Montierung ist extrem stabil, trotzdem einfach konstruiert und damit recht preiswert. In diese Montierungen sind in der Regel Nachführmotoren in beide Achsen eingebaut, die über einen in der Konsole eingebauten Mikrocomputer gesteuert werden. Daraus ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, etwa die vollautomatische Objektpositionierung, sowie eine Schnittstelle für den Autoguider.

Nachteil:
In der Grundausstattung sind solche Montierungen nur sehr bedingt für den Einsatz in der Astrofotografie einsetzbar. Denn - was ihnen fehlt - ist die genaue Ausrichtung der Stundenachse auf den Himmelspol.

Was geht:
Kurzbelichtete Aufnahmen von Mond und Planeten sind damit kein Problem. Aufpassen jedoch bei langen Aufnahmeserien, die sich über mehrere Minuten erstrecken. Hier muß beim Aufaddieren (´stacken´) der Einzelbilder die unvermeidliche Bildfeldrotation berücksichtigt werden. Moderne Programme wie Fitswork schaffen das aber problemlos.

Was nicht geht:
Langbelichtete Aufnahmen von lichtschwachen DeepSky-Objekten (DSO), sofern die Belichtungszeit einer jeden Einzelaufnahme einen Wert von ca. 30s überschreitet. Bei hellerem Nachthimmel (Mond, Lichtverschmutzung) wird man sinnvollerweise eher unter diesem Wert bleiben und kommt damit noch problemlos klar. Bei dunklem Himmel, insbesondere aber beim Einsatz von Schmalbandfiltern ist eine deutlich längere Einzelbelichtungszeit nötig, und dann zeigen sich schnell die Grenzen der azimutalen Aufstellung.

 

Anwendung und Einsatz
sind sehr einfach! Die Montierung wird hingestellt, eingeschaltet, danach wird der Computer an zwei Sternen geeicht, und schon können eine Unzahl an Objekten am Himmel eingestellt werden. Bei gewissen Modellen werden sogar diese Schritte durch einen eingebauten Kompaß und ein GPS System vereinfacht. Gerade Teleskope mit kurzer Baulänge werden gerne auf "GoTo Gabeln" angeboten.

 

Gabelmontierung Achsen

Die Achsen der Gabelmontierung

Vorbereitung der Gabelmontierung für die Astrofotografie
Auch die Gabelmontierung kann geneigt und damit polar aufgestellt werden. Diese Montage ist mit der Einführung der kurzbauenden Schmidt Cassegrain Teleskope durch Celestron populär geworden. Die Abbildung links zeigt die beiden Achsen einer solchen Montierung.

Der Vorteil der Gabel ist die gewichtssparende Bauweise, man braucht zum Beispiel kein Gegengewicht. Leider sind Gabelmontierungen etwas weniger stabil, wenn sie parallaktisch aufgestellt werden.

Heute werden parallaktisch montierte Teleskope auf Gabelmontierungen im Hobbybereich kaum mehr angeboten. Die Gabel wurde von der Deutschen Montierung nahezu verdrängt. Die große Ausnahme sind Geräte mit automatischer Positionierung, wie sie z.B. von Celestron angeboten werden. Auch diese Geräte kann man parallaktisch montieren, wenn man Astrofotografie betreiben will. Hierzu benötigt man eine Polhöhenwiege, die die Gabel im richtigen Winkel neigt und die Ausrichtung der RA Achse auf den Himmelspol ermöglicht.

Gabelmontierung Ausrichtung auf Polaris

Ausrichtung auf den Himmelspol

 Die automatische Objektpositionierung (GoTo)

Über den Sinn oder den Unsinn einer computergesteuerten Objektpositionierung (GoTo) läßt sich selbstverständlich trefflich streiten. Gestandene Amateurastronomen mit 40 und mehr Jahren ´Berufserfahrung´ mögen die Nase rümpfen, wenn da so ein ´Newbie´ mit seinem frisch erstandenen High-Tech-Gerät mal schnell auf die Galaxie NGC5364 fährt und dieses schöne DSO dann auch prompt im Okular zu sehen bekommt, wo manch anderer ein ganzes Weilchen suchen muß.

Der Sinn:
Wie auch immer - unser Einsteiger hat es ja selbst in der Hand. Er kann sich einfach nur von den Schönheiten im All berieseln lassen. Er kann aber auch lernen, wo sich das gerade eingestellte Objekt am Himmel befindet, in dem er seinen (Leuchtpunkt-) Sucher benutzt. Und das DSO dann beim nächsten Mal im Freien auch mit einem Dobson auf dem dunklen Acker findet. Andererseits kann man damit auch viel Zeit sparen. Denn gute Beobachtungsbedingungen sind in unseren Breiten mittlerweile sehr selten geworden und sollten daher mit der reinen Beobachtung möglichst gut genutzt werden.

Gabelmontierung einarmigDer Unsinn:
Auch kleinere Optiken, wie etwa das rechts gezeigte Gerät, werden oft als komplettes System mit automatischer Objektpositionierung zu einem erstaunlich günstigen Preis angeboten. Die darin gespeicherten Daten umfassen in der Regel so einige 10.000 Himmelsobjekte und suggerieren eine entsprechende Leistungsfähigkeit. Die Realität schaut leider anders aus - ein Objekt nach dem anderen wird positioniert und man sieht ..... nichts. Die Optik ist einfach zu klein. Streng genommen macht GoTo erst ab ca. 100mm Öffnung Sinn. Eine Ausnahme bilden die kleinen GoTo-Geräte von Celestron (Abbildung rechts), an diesen kann man später einen leistungsfähigeren Tubus anbringen, eine Schnellkupplung ist nachrüstbar.

Aber mal ehrlich - welcher Hersteller möchte für jedes GoTo-Gerät eine individuell angepaßte Datenbank erstellen und die Steuerung entsprechend konfigurieren? Das würde nur die Kosten in die Höhe treiben, und das wäre sicherlich nicht im Sinne der Amateurastronomen. Und fotografisch sind die meisten gespeicherten DSO auch erreichbar.

Man sollte sich als gut informierter Amateurastronom (und Leser dieser Seiten) darüber im klaren sein, was mit welcher Optik geht und was nicht.

Fazit:
Die Nachführmotoren einer Montierung mit einer Computersteuerung zu versehen, ist nur ein konsequenter und logischer Schritt in der ´Evolution´ der Teleskopsysteme, denn die benötigte, ausgereifte Hardware hat bereits einen jahrelangen Preisverfall hinter sich. Angesichts der für die astronomische Praxis ungünstigen Bedingungen in Mitteleuropa kann man damit auch bei teilweise bewölktem Himmel sinnvoll beobachten. Der Einsteiger hat mit ´GoTo´ eine wertvolle Hilfe, sich am Himmel zurechtzufinden - sofern er sie nutzt.

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