Sonnenbeobachtung:

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Unsere Sonne - ein ganz gewöhnlicher G2V-Stern - ist weit mehr als nur eine hell leuchtende Gaskugel. Wenn man es geschickt anstellt, lassen sich auf ihr höchst interessante Einzelheiten wie Flecken, Fackeln, Granulen und die mächtigen Protuberanzen beobachten. 
 

Sonnenbeobachtung

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Eine deutliche Warnung vorab: Das Beobachten der Sonne mit einem Teleskop ist äußerst riskant! Bevor das Teleskop zur Sonne geschwenkt wird, muß vor das Objektiv ein geeigneter Sonnenfilter stabil angebracht werden, er darf sich unter gar keinen Umständen durch Windböen während der Beobachtung lösen können. Außerdem darf dieser Sonnenfilter keine noch so kleine Beschädigung aufweisen. Niemals billige Okular-Sonnenfilter verwenden, denn diese befinden sich sehr nahe an der Brennebene, werden dadurch stark aufgeheizt und können leicht zerspringen. Auf die gleiche Weise sind Sucher und eventuell vorhandene, parallel montierte Fernrohre zu schützen, am besten, man nimmt die Schutzkappe erst gar nicht herunter.

SonnenfilterGeeignete Sonnenfilter gibt es fertig für fast jeden Teleskoptyp. Ein Beispiel ist rechts abgebildet. Bei diesem handelt es sich um eine Konstruktion für gängige Schmidt-Cassegrain-Teleskope, bei der die Filterung durch die bekannte Baader Filterfolie vorgenommen wird. Diese Folie ist nur wenige µm dick und läßt nur 1/100.000 des Sonnenlichts passieren. Der Rest wird reflektiert, dadurch keine Erwärmung.

Die Filterfolie ist in der visuellen (ND 5) und fotografischen (ND 3,8) Variante auch einzeln zum Selbstbau eines Sonnenfilters erhältlich.

Tipp:
Etwas flexibler ist man mit der fotografischen Variante ´3,8´, das 1/6.310 des Sonnenlichts passieren läßt, die Sonne also gut 10-mal so hell erscheinen läßt. Beim visuellen Beobachten kann man dann einen Graufilter zur Lichtdämpfung verwenden, und der Astrofotograf profitiert von deutlich kürzeren Belichtungszeiten und der Option, geeignete schmalbandige Filter einzusetzen.

Was läßt sich auf der Sonne so alles beobachten?
Am auffälligsten sind die Sonnenflecken, die in einem 11-jährigen, periodischen Zyklus, dem sogenannten Sonnenzyklus mal besonders häufig auftreten und mal ganz verschwinden. Zur Zeit (2007-2009) befindet sich unsere Sonne jedoch in einem Fleckenminimum, wobei der neue Zyklus bereits begonnen hat, so daß eine deutliche Steigerung der Sonnenaktivität im Verlauf der nächsten Jahren zu erwarten ist. Das dunkle Zentrum dieser Flecken bezeichnet man als Umbra, die von einem etwas helleren, meist reich strukturierten Saum, die Penumbra, umgeben ist.

Etwas unauffälliger sind die Fackeln - helle Gasauswürfe, die die sich als etwas hellere Filamente von der Sonnenoberfläche abheben. Diese Fackeln treten oft in Verbindung mit den Flecken auf, es gibt sie aber auch als ´Einzelausführung´.

Schaut man noch etwas genauer hin, so kann man bei ruhiger Luft (morgens - vormittags) das ´Brodeln´ der Photosphäre gut beobachten. Es sind die sogenannten Granulen - Konvektionszellen aus heißem Gas, das beim Aufsteigen etwa um 400° heißer als die Umgebung ist und Ausdehnungen in der Größenordnung von um 1.800 km (entsprechend 2-3") haben. Die Granulen ändern ihre Form und Größe in relativ kurzen Zeitabständen um 20 Minuten.

Coronado P.S.TAm Sonnenrand lassen sich die mächtigen Protuberanzen - heftige Gasausbrüche, die sich bis zu 100.000 km über die Sonnenoberfläche erheben, besonders gut beobachten. Diese sind als riesige Fahnen, Türme und manchmal auch Bögen in speziell dafür konstruierten Teleskopen zu bewundern.

Ein weit verbreitetes Instrument ist das Coronado P.S.T. (Abb. rechts) das nur einen 0,2 nm schmales Band um die Spektrallinie des angeregten Wasserstoffs Hα passieren läßt.

Solar-Kontinuum-FilterFilter zur Kontraststeigerung
Eine deutliche Kontraststeigerung bei der visuellen Sonnenbeobachtung wird dadurch erreicht, wenn man sich die Sonne in einem engen Bereich um 540nm betrachtet. In diesem grünen Licht sind die Kontraste der Flecken, Fackeln und Granulen am stärksten. Solche Filter sind sehr wirkungsvoll und als Solar-Kontinuum-Filter (Abb. rechts) im Handel. Auch fotografisch hat sich dieser Filtertyp bewährt.

Diesen Filter niemals ohne Objektiv-Sonnenfilter einsetzen! Bei kleineren Austrittspupillen bis ca. 1mm empfiehlt sich die fotografische Variante ND 3,8, da dieser Filter abdunkelt.

Wann beobachten?
Die beste Zeit ist am nicht allzu frühen Morgen, wenn die Sonne schon eine gewisse Höhe hat, aber der Erdboden noch nicht allzu viel Wärme abgibt und das Seeing wegen der damit verbundenen Konvektionsströmung in den unteren Luftschichten verschlechtert.


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