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| Für das Guiding, dem hochpräzisen Nachführen des Teleskops während einer Astroaufnahme, kommen heute mehrere Methoden zum Einsatz, die wir in diesem Beitrag ausführlich beschreiben. Ob hier nun ein Leitrohr oder ein Off-Axis-Guider zum Einsatz kommt, hängt ganz von den technischen Gegebenheiten der Ausrüstung ab. | |||
Astrofotografie - Das GuidenAstropraxisInhaltsverzeichnis:
Das Guiding - neudeutscher Ausdruck für Nachführkontrolle und -korrektur hat die Aufgabe, der scheinbaren Sternbewegung am Himmel möglichst präzise zu folgen. Dabei sind Abweichungen von weniger als +/- 1" während einer Belichtungszeit von 0,5 - 10 Minuten anzustreben. Keine ganz leichte Aufgabe! Vorüberlegungen: Sicherlich wird man nicht bestrebt sein, die erforderliche Belichtungszeit ´am Stück´ zu belichten, das wäre auch im Hinblick auf das durch irdisches Streulicht verursachte Photonenrauschen nicht sehr sinnvoll. In der Praxis wird man die erforderliche Gesamtbelichtungszeit in sinnvoll große ´Häppchen´ aufteilen. Doch selbst diese können je nach Kameratyp, Öffnung, Brennweite, Himmelsqualität und Abbildungsmaßstab immer noch grob zwischen 30s und 10 min variieren. Hier wird also schon klar, daß das Teleskop während dieser Zeit hochgenau und völlig ohne Ruckeln auf das zu fotografierende Objekt ´zielen´ muß, da es sonst zu Bewegungsunschärfen kommt, wie wir es auch bei der ganz ´normalen´ irdischen Fotografie kennen, wenn wir die Kamera beim Belichten nicht ruhig genug halten. Methoden:
Scharfstellung von Kamera und Autoguider mit Off Axis Guider:
Praxistipp von Teleskop-Service Gerade in Zeiten hochauflösender Kameras wird die Notwendigkeit von Off Axis Guiding immer dringlicher. Leitrohre bieten zwar mehr Komfort aber sie sind auch eine Fehlerquelle, weil sich das Aufnahme- und Nachführteleskop auch gegeneinander verstellen können. Das Arbeiten mit Off Axis macht aber nur Sinn, wenn mit Autoguider gearbeitet wird. Es geht hier um die oft sehr unkomfortable Einblickposition, die ein Nachführen mit Fadenkreuzokular zur Tortur macht. Allerding sind bis zum Start der ersten Aufnahme ein paar Schritte zu beachten: Schritt 1 ... Die Aufnahmekamera muß im korrekten Abstand zum Korrektor sein: Zu diesem Zweck muß die genaue Baulänge des Off Axis Guiders und natürlich auch aller anderen Bauteile bekannt sein. Auch das Auflagemaß der Kamera (Abstand vom Anschlussgewinde oder Bajonett zum Chip) muß bekannt sein. Typische DSLR Kameras, wie Canon EOS haben zum Beispiel immer 45mm Abstand vom Bajonett zum Chip. Ein T2 Ring hat 10mm. So kommen die bekannten 55mm Abstand zustande. Schritt 2 ... Die Positionierung des Off Axis Guiders: Der OAG muß immer gleich hinter dem Korrektor positioniert sein, falls einer verwendet wird. Vom Fernrohr aus gesehen ist die Reihenfolge immer: -- Korrektor (falls einer verwendet wird) -- Off Axis Guider -- Filterschublade oder Filterrad (falls eines verwendet wird) -- Kamera Schritt 3 ... Die Abstimmung der Fokus Abstände: Das ist der kniffligste Part der ganzen Sache denn der Chip der Guiding Kamera muß ja genau im gleichen Fokus sein, wie der Chip der Aufnahmekamera. Das Prisma des Off Axis Guiders ist der Schlüssel. Natürlich müssen Sie auch das Auflagemaß Ihres Autoguiders wissen. -- montieren Sie den kompletten Filter und OAG Aufbau zusammen -- messen Sie mit einem genauen Lineal den Abstand vom Prisma des OAG (nehmen Sie die Prismenmitte) zum Anschlussadapter für die Kamera und rechnen Sie das Auflagemaß der Aufnahmekamera noch dazu. Dieser Abstand ist wichtig. -- versuchen Sie nun, mit geeigneten Adaptern den Chip der Guiding Kamera genau in den gleichen Abstand zu bekommen. Das Verstellen der Guiding Kamera kann durch geeignete Adapter oder am OAG selbst erfolgen. Nun haben Sie bereits den groben Abstand eingestellt. Das Feintuning erfolgt dann am Fernrohr. Es muß nicht unbedingt am Stern passieren, es genügt auch ein kontrastreiches Objekt unter Tage (Kirchturm oder Antennenmast). Stellen Sie die Aufnahmekamera scharf. Wenn Sie die Vorbereitung genau gemacht haben, werden Sie auch bereits in der Guiding Kamera ein mehr oder weniger scharfes Bild erkennen. Sie sollten durch Verstellen des Fernrohres das Motiv auf den Chip des Autoguiders bringen, weil ja der Autoguider nicht das gleiche Bild zeigt, wir die Aufnahmekamera, sondern einen Bereich knapp außerhalb des Aufnahmefeldes. Danach versuchen Sie, durch Verstellen des Abstandes Autoguider / Prisma des OAG den Autoguider scharfzustellen. Wenn das geschafft ist, steht einem erfolgreichen Einsatz nichts mehr im Wege. Autoguider Empfehlungen von Teleskop Service Aufgrund des relativ kleinen Himmelsausschnittes empfehlen wir Autoguider mit hoher Empfindlichkeit, die die Leitsternsuche überflüssig machen und immer einen Leitstern zeigen, auch bei kleineren Öffnungen. Folgende Autoguider erfüllen diese Kriterien: Moravian G0-0300 ... ultraleichter Autoguider - Computer wird benötigt Link zum Moravian Starlight Lodestar ... ultraleichter Autoguider - Computer wird benötigt Link zum Starlight Lodestar Lacerta M-Gen ... stand alone Autoguider - kein Computer wird benötigt Link zum Lacerta M-Gen Wir wünschen Ihnen viel Erfolg Herzliche Grüße Wolfi Ransburg Leitstern:
Da sich das Licht eines jeden (Leit-)Sterns stets auf mehrere Pixel verteilt, kann man einen Helligkeitsschwerpunkt bestimmen und damit die exakte Position des Leitsterns mit Subpixelgenauigkeit interpolieren. Die Meßgenauigkeit erhöht sich mit dieser Methode erheblich. Ein Positionierungsfehler, der ja für jede Art von aktiver Regelung erforderlich ist, kann damit so klein gehalten werden, daß er für die Aufnahme irrelevant wird. Autoguider und PEC
Viele Steuerungen moderner Montierungen verfügen über ein sogenanntes PEC. Das sorgt im Zusammenhang mit dem Autoguider für einige Verwirrung, so daß vielfach die völlig falsche Vermutung geäußert wird, daß PEC den Regelkreis eines Autoguiders stören könnte. Aus technischer Sicht haben wir es bei PEC mit einer Steuerung und nicht mit einer Regelung zu tun. Vereinfacht ausgedrückt ´gaukelt´ ein gut trainiertes PEC dem Regelkreis Autoguider eine (fast) perfekt laufende Montierung vor, so daß sich der Autoguider nur noch um kleine Restfehler ´kümmern´ muß. Die Präzision der Nachführung wird mit eingeschaltetem PEC erheblich gesteigert, sofern dieses gut trainiert ist. Man kann übrigens auch während des Guidens PEC trainieren (Einstellung: ´Update´). Bildfelddrehung Grundlagen
-Öffnung -Vergrößerung -Bildfeld -Auflösung Fernrohre -Bestandteile -Refraktor -Newton -Schmidt Cassegrain -Dobson Montierungsarten -Azimutale -Deutsche Montierung -Gabelmontierung Teleskop-Optiken -Trägermaterial Beobachtung -Allgemeine Hinweise -Dunkeladaption -Sonnenbeobachtung Astrofotografie -Mond und Planeten -Ohne Teleskop -Spiegelreflexkamera -CCD Kamera -Guiding Test und Reinigung -Reinigung -Sterntest | |||
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