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... Teleskoptest mit Ronchi Okular

Ronchi Okular für den Test Ihres Fernrohres

Das Ronchi Okular wird einfach in die 1,25" Steckhülse Ihres Teleskopes gesteckt und es wird ein mittelheller Stern (am besten der Polarstern) anvisiert. Sie sehen dann ein Streifenmuster.

Je näher Sie dem Fokus sind, desto weniger Streifen werden sichtbar und desto genauer wird der Test. Drei bis 5 Streifen sind optimal.

Anhand des Streifenmusters können Sie Ihre Optik zweifelsfrei klassifizieren und die Qualität der Optik beurteilen. Sie können auch einen optischen Fehler erkennen und ihn einstufen.

In Kombination mit dem Sterntest sind Sie in der Lage, eine eindeutige Aussage über Ihr Teleskop zu machen, mit deutlich mehr Praxisbezogenheit, als sie ein interferometrischer Test bringen kann.

Praxistipp:

Stellen Sie als Eichstern den Polarstern ein, der bewegt sich nicht und hat auch die richtige Helligkeit. Wenn 3-5 Linien sichtbar sind, haben Sie eine sehr gute Genauigkeit. Weniger Linien verringern die Genauigkeit. Wenn Sie mit dem Okular in den Fokus fahren, haben Sie auch die Möglichkeit des Focault Tests.

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Interpretation der Linienmuster, die durch das Ronchi Okular entstehen:

Die Abweichungen der Bilder entsprechen etwa der Abweichung von 1/4 Lambda p/v, welches einen gerade noch tolerierbaren Fehler darstellt. Wenn möglich, sollte die Abweichung aber geringer ausfallen.

Die Angabe p/v bedeutet "Peak to Valley" oder Berg zu Tal. Der Wert beschreibt die größte Abweichung und berücksichtigt nicht die Ausdehnung des Fehlers. Je weniger Fläche der Optik von der Abweichung betroffen ist, desto besser wird die Abbildung, aus der Größe des Fehlers und der Ausdehnung ergibt sich der RMS Wert, der viel wichtiger für die Qualität der Abbildung ist, als der reine p/v Wert.

In der Praxis ist es einfach, je kleiner die Abweichung von der idealen geraden Linie und je kürzer diese Abweichung ist, desto besser wird auch die Abbildung sein.

Die Linienmuster:

Innerhalb des Fokus Außerhalb des Fokus   Beschreibung des Fehlers   Bemerkungen
  Eine perfekte Optik

keine Auffälligkeiten - die Optik wird sicherlich eine sehr gute Abbildung haben.
 
Diese Idealnorm wird meist nur theoretisch erreicht.

Jede Optik hat ihre Eigenheiten, nur dürfen diese nicht zu stark ausfallen.

           
  Astigmatismus

Einer der übelsten optischen Fehler. Die Abbildungsqualität wird sehr stark beeinträchtigt.
 
Diesen Fehler sieht man sehr leicht am Stern.

Die unscharfe Sternabbildung ist nicht rund, sondern oval. Beim Durchlauf durch den Fokus kippt die Abbildung um 90°.

Astigmatismus ist ein 100%er Reklamationsgrund!

           
  Überkorrektur der Optik

Die zentralen Strahlen haben einen anderen Brennpunkt, als die randnahen Strahlen.

Im Fokus sieht man sehr viele Beugungsringe - die Planeten werden unschärfer, der Kontrast sinkt.
  Eine leichte Überkorrektur ist zu verschmerzen. Die Beugungsringe sind nur ein wenig heller, Die Akzeptanz einer Überkorrektur hängt vom Anwendungszweck des Gerätes und natürlich vom Preis ab.

Geräte zur Mond- und Planetenbeobachtung sollten keine Überkorrektur haben.
           
  Unterkorrektur der Optik

Die zentralen Strahlen haben einen anderen Brennpunkt, als die randnahen Strahlen.

Im Fokus sieht man sehr viele Beugungsringe - die Planeten werden unschärfer, der Kontrast sinkt.
 
Grundsätzlich gilt das Gleiche, wie für Überkorrektur.

Lichtstarke Optiken oder fotografisch optimierte Optiken  leiden oft unter einer leichten Unterkorrektur.

Auch Koma Korrektoren für Newtons verursachen eine leichte Unterkorrektur der Optik.

           
 
Abgesunkene Kante

Sehr häufig bei Newtons, deren Spiegel zu schnell geschliffen wurden.

Die Lichtstrahlen vom Rand der Optik haben einen anderen Brennpunkt, als die inneren Strahlen.

 
Ein recht einfaches Problem, welches auch lösbar ist.

Für Deep Sky Beobachtung verwendet man die volle Öffnung, wenn man Mond und Planeten beobachtet, blendet man einfach den Randbereich aus. Das erhöht Kontrast und Schärfe enorm.

           
 
Angehobene Kante

Dieser Fehler tritt eher selten auf.

Die Lichtstrahlen vom Rand der Optik haben einen anderen Brennpunkt, als die inneren Strahlen.

 
Grundsätzlich gilt hier das Gleiche, wie bei der abgesunkenen Kante.

Eine vernünftig dimensionierte Blende löst das Problem.

           
  Hügel in der Mitte

Dieser Fehler ist nur bei Refraktoren relevant, da bei Optiken mit Fangspiegel dies hinter der Abschattung verschwindet.
 
Dieser Fehler ist nicht allzu schlimm, da er sich in der Regel nur auf ein sehr kleines Gebiet beschränkt.

Dadurch ist die Auswirkung auf die gesamte Abbildung sehr gering - wesentlich geringer als z.B. eine Fehlkorrektur der gesamten Optik.

           
  Loch in der Mitte

Dieser Fehler ist nur bei Refraktoren relevant, da bei Optiken mit Fangspiegel dies hinter der Abschattung verschwindet.
 
Es gilt das Gleiche, wie für den Hügel in der Mitte.

Dies ist ein nur wenig wirksamer optischer Fehler.

           
 
Ringförmige Zone abgesunken

Ein recht häufiger Fehler, der bei gewissen Spiegelschleifmethoden schwer zu verhindern ist.

Die Lichtstrahlen innerhalb des Ringes haben einen anderen Brennpunkt.

 
Ein relativ kleiner Fehler, wenn sich die Zone über ein kleines Areal erstreckt. Die Abweichung sollte möglichst dünn sein.

Problematisch wird es, wenn die Abweichung stark und auch über eine große Fläche geht.

Dann ist eine Reklamation gerechtfertigt.

           
 
Ringförmige Zone erhaben

Auch hier gilt das gleiche, wie für die abgesunkene Zone.

 
Die ringförmigen Zonen sind besonders gut mit einem Ronchigramm erkennbar.

In der praktischen Beobachtung fallen Sie durch eine vermehrte Lichtenergie in den Beugungsringen auf.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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